Verleihung Controller Preis 2015 – Biases in Entscheidungsprozessen

Am 20. und 21. April 2015 fand der Congress der Controller wieder in München statt. Unter dem Leitthema Industrie 4.0  gab es viele interessante Vorträge.

Mit dem Controller-Preis wird eine Controlling-Innovation in einem Unternehmen prämiert, die von Controllern des Unternehmens selbst entwickelt wurde und für das Unternehmen einen nachhaltigen Vorteil gebracht hat. Prof. Dr. Dr. h.c. Jürgen Weber, Direktor des Institut für Management und Controlling (IMC) an der WHU – Otto-Beisheim-School of Management, Vallendar und Vorsitzender des Kuratoriums des ICV, präsentiert e den Gewinner des Controller-Preises 2015.

Ein Team  der RWE AG gewann  mit dem Thema “Berücksichtigung von Biases in Entscheidungsprozessen”, und damit zum ersten Mal mit einer verhaltensorientierten Lösung.

Auslöser für das dahinter stehende Projekt waren zahlreiche Fehlentscheidungen im Investitionsprogramm der RWE AG, aus der eine finanziell problematische Situation für die RWE AG entstand. Die Ursache für diese Fehlentscheidungen waren sogenannte Biases  (kognititve Verzerrungen).  Bias ist ein kognitionspsychologischer Sammelbegriff für systematische, fehlerhafte Neigungen beim Wahrnehmen, Erinnern, Denken und Urteilen. Dieses Konzept wurde von Daniel Kahnemann  entwickelt.

Da allein das Wissen um die Möglichkeit von kognitiven Verzerrungen bei Entscheidungen nicht ausreicht, um Fehlentscheidungen zu vermeiden, müssen  bestimmte Methoden angewendet werden. Grundsätzlich werden Gruppen gebildet, die die Entscheidung aus eine speziellen Blickwinkel betrachten:

  1. Blickwinkel ändern (Pre-Mortem-Analyse, Advokat des Teufels, Framing, stellen Sie sich den neuen Chef vor)
  2. Aufrütteln (grüne-Wiese-Ansatz, Muss-Alternativen, unabhängige Gutachten)
  3. Transparenz schaffen (moderierte Diskussion, Checklisten/Kriterien)
  4. Versachlichung von Diskussionen (Brainwriting, Rollentausch, geheime Abstimmung, Advokat des Teufels)
  5. Risiken transparent machen (Bullet Session, externe Benchmarks, unabhängige Gutachten)

Fazit des RWE-Vortrages:

  1. Jeder ist bei Entscheidungen anfällig für Biases = kognitive Verzerrungen.
  2. Biases können die Ursache für Fehlentscheidungen sein (was wünscht wohl der Vorstand?).
  3. Bei bestimmten Formen von Biases sollten Techniken zur Reduzierung eingesetzt werden
  4. Die Effektivität hängt vom Bewusstsein, vom Top-Management u. der Implementierung im Unternehmen ab.
  5. Im verhaltensorientierten Controlling ist der Grenznutzen neuer Controlling- Anwendungen wahrscheinlich zur Zeit höher als bei weiteren quantitativen Ansätzen, die möglicherweise zum Teil an den Grenzen der Verständlichkeit angelangt sind.

Hier finden Sie den Vortrag…..

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Über Rainer Pollmann

Rainer Pollmann ist Geschäftsführender Partner von Pollmann & Rühm Training in Augsburg. Er studierte Wirtschaftsprüfung, Controlling und Organisationslehre (BWL) an der Universität Augsburg und ist seit 1989 aktiv als Trainer und Berater für Controller aktiv. Seit 2006 entwickelt er aktiv Branchenstandards im Kommunikations-Management als stellvertretender Leiter des Fachkreis Kommunikations-Controlling im Internationalen Controller Verein (ICV) mit.

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